Offener Brief an die Verantwortlichen des Fuggerstadt-Centers
Von dem Anleger Jörg Forker - München, den 24. Juni 2009

Machen Sie es wie Kolumbus – überlassen Sie uns
Anlegern unser Objekt!


Elf Jahre hat unser schwer verdientes Geld, das Geld von 1 307 Anlegern – darunter
auch das Geld des früheren polnischen Nationalstürmers Andrej Juskowiak – für DCM,
also für die Fuggerstadt-Center-Initiatoren gearbeitet, jetzt ist es an der Zeit für eine
„Geste der Großzügigkeit“.

Wir Anleger wollen unser Center nun selber übernehmen.
Wir Eigentümer wollen nun endlich unser Eigentum.
DCM soll uns das Objekt bis Ende des Jahres schuldenfrei übergeben


Gordischer Knoten und gekochtes Ei

Die Idee ist sicherlich ungewöhnlich, doch bedeutende Männer der Weltgeschichte haben
schon immer unlösbar scheinende Probleme auf verblüffend unorthodoxe Art und Weise
gelöst. So durchschlug Alexander der Große einfach den Gordischen Knoten – anstatt ihn
mühsam zu entwirren.
Kolumbus stand ihm ihn nichts nach: Um ein gekochtes Ei auf die Spitze zu stellen,
schlug er es kurz auf den Tisch auf – und es blieb stehen. Als die Tafelrunde um Kardinal
Mendoza protestierte, das hätten sie auch gekonnt, antwortete der Amerika-Entdecker
ganz trocken: „Der Unterschied ist, meine Herren, dass Sie es hätten tun können, ich
hingegen habe es getan!“
Ein solches Kolumbus-Wort erwarten wir Anleger auch von DCM. Die Verantwortlichen
haben den Augsburger Fond gegen die Wand fahren lassen, zahlreiche Mieter gingen
pleite, Flächen wurden nicht vermietet und in großem Maße stillgelegt, Rendite-
Prognosen nicht erfüllt und statt 35.000 m² Nutzfläche, wie im Verkaufsprospekt
genannt, verfügt das Objekt tatsächlich nur über rund 23.480 m². Um Millionen für
fällige Stellplatzablösen zu sparen wurden weiter 4.000 m² Nutzflächen brachgelegt.
Somit wirtschaften die Verantwortlichen der DCM statt mit den versprochenen 35.000 m²
nur mit 19.480 m², haben aber unser Geld für 35.000 m² kassiert! Uns fehlen 45%!
Das Ei des Kolumbus kann für Augsburg nur lauten: Bevor noch größerer Schaden
entsteht, übernehmen wir Anleger das Sanierungs-Objekt in Eigenverantwortung und
werden auch ins Grundbuch eingetragen.

Eine Win-Win-Win-Situation für Augsburg

Dadurch würde eine Win-Win-Win-Situation entstehen:
1. Die Stadt Augsburg wäre einen lästigen Zankapfel los,
2. wir Anleger könnten als tatsächliche Eigentümer beweisen, was wirklich aus
einem solchen Objekt herauszuholen ist und
3. DCM wäre mit einem Schlag aus den negativen Schlagzeiten heraus und könnte
mit ihren anderen Fonds in aller Ruhe weiter Geld verdienen.
Kein Streit mehr mit renitenten Mietern, keine langwierigen Gerichtsverfahren und keine
Anzeigen mehr. Keine Angst mehr, wegen Kapitalanlagebetrug vielleicht doch noch
verurteilt zu werden, kein Imageschaden in der sauberen Firmengeschichte wegen eines
Schwarzen Schafs mehr, problemlose Gewinnung von Neukunden für andere DCMFonds.
Da lohnt es sich doch, den Gordischen Knoten zu durchschlagen.
Und nur noch mal zu Erinnerung: DCM und ihre Fond-Amigos haben doch längst ihren
Reibach gemacht: Unter anderem gingen 22 Millionen Euro von dem Anleger-Geld an die
Käufer der ehemaligen Postruine, knapp 6 Millionen verschlang die unnötige
Eigenkapitalbeschaffung, 750 000 Euro betrug die Geschäftsführervergütung, knapp
300.000 Euro bekam der Treuhänder, fast eine halbe Million die Steuerberatung,
440.000 Euro die Vermittlung der Endfinanzierung und rund 2 Millionen Euro wurde für
die Mietgarantie verwendet. Ich stelle fest, wenn ich alle Summen zusammenrechne:
Das von uns Anlegern in den Fonds eingebrachte Geld in Höhe von 43,5 Millionen Euro
haben sich DCM und ihre Getreuen längst in die eigene Tasche gesteckt. Das ihnen von
uns treuhänderisch übergebene Geld wurde sicherlich gut und hoch verzinst angelegt
und/oder in andere, profitable Fonds gesteckt.


Mein Appell an die DCM-Verantwortlichen

􀂾 Einen Grund zum Jammern gibt es für DCM & Co. nicht!
􀂾 Übertragen Sie mit einer „Geste der Großzügigkeit“ uns Anlegern nun unser Objekt!
􀂾 Nehmen Sie sich Kolumbus als Vorbild – stellen Sie Ihr Augsburger Ei auf die

Spitze, damit wir Anleger aus dem Albtraum Fuggerstadt-Center wieder einen
Traum machen können!

In der Hoffnung auf eine für alle Beteiligten faire Lösung und in freudiger Erwartung
Ihrer Antwort verbleibe ich vorläufig.

Hochachtungsvoll, Ihr
fuggerstadt center
Jörg Forker